kuehn.ch 
 

Allgemeine Informationen

  Ort M.ü.M. Std.
Ausgangsort Balegna 1600 0
Zwischenziel Alp Sassiglion 1920 1.5
Zwischenziel P unterhalb Albertüsc 2000 2
Zwischenziel Scagnin 1815 3
Ziel Balegna 1600 4.5

Wegbeschreibung

Von Balegna aus führt die Strasse, ein gekiester Weg mit Grasmittelstreifen, einige Kehren nach oben, bevor kurz nach einer Kehre fast unsichtbar ein mit «Sentiero» angeschriebener Weg links Richtung Val Prada abgeht.

Zuerst geht es aber durch das/die Valasela, ein Seitental des Val Prada. Das Valasela war vor einigen Jahren Schauplatz eines Lawinenniedergangs und sieht wie der Spielplatz von Riesen aus. Wild im breiten Geröllfeld übereinander geworfene Stämme geben Zeugnis von der Gewalt der Lawine.

Der Weg ist gut sichtbar, etwas überwachsen und so früh im Jahr wohl noch nicht oft begangen. Auf der anderen Seite der Schlucht, nachdem man die beiden Hangtäler durchquert hat, geht es im Wald stetig aufwärts, bis man von unten her auf die Zäune der Alp Sassiglion trifft. Hier heisst es Vorsicht, wohin man den Fuss setzt...

Es geht noch eine Weile, bis man über die Kuhwege hochgekraxelt ist, doch dann kommt ein Weg, auf dem man zur Alp Sassiglion gelangt. Nach einer Rast über- und untersteigen wir Zäune und dann hoch, bis wir auf die Strasse treffen, die von Sassiglion nach Albertüsc führt.

Nach diesem kräftezehrenden Aufstieg und einem falschen Abbieger in eine Strasse, die an einem der zahlreichen Ferienhäuschen endet, verlässt uns langsam die Motivation. Als dann der Parkplatz von Albertüsc in Sicht kommt, nehmen wir uns vor, ein andermal mit dem Auto wiederzukommen und vom Parkplatz aus weiterzumachen.

Für den Rückweg entscheiden wir uns für die Strasse über Scagnin. Von dort aus wollen wir den unteren Weg zurück durch die beiden Täler nach Balegna nehmen. Das ist furchtbar langweilig, denn die Strasse führt immer geradeaus und leider auch immer weiter weg vom Ziel.

Als dann eine Strasse scharf links abbiegt, finden wir nach kurzer Zeit einen alten Weg in gutem Zustand, der quer durch den Wald und in «unsere» Richtung führt. Über weiche Nadelkissen geht es komfortabel und steil durch Moos und Gestein. Das erstaunlichste sind die Ameisenhaufen, die hier meterhoch alle paar Meter links und rechts stehen. Entsprechend rege ist der Verkehr auf dem Weg - jedenfalls im Millimeterbereich.

Irgendwann stossen wir mitten im Wald auf den regulären Wanderweg, den wir zwar etwas erleichtert und dennoch mit etwas Wehmut zur Kenntnis nehmen. Zu phantastisch und märchenhaft war die Welt, die uns die letzte halbe Stunde in sich aufgenommen hatte.

Zurück geht es durch die beiden Täler, wo die von der Lawine gefällten Baumstämme noch dichter am Wegrand zu sehen sind. Mitten am heissen Sommernachmittag treten wir aus dem Naturgarten auf den staubigen und sonnenbestrahlten, schattenlosen Fahrweg - die Strecke nach Balegna hoch schien uns im Auto niemals so lange.